Kennst du das? In jeder Gruppe gibt es diesen einen Menschen, der sofort das Kommando übernimmt. Er oder sie organisiert Ausflüge, sagt beim Sport, wie gespielt wird, und entscheidet sogar, welche Pizza am Abend bestellt wird. Willkommen in der Welt des aggressiven Stils – oder, etwas freundlicher gesagt: des Boss-Typs. Klingt bekannt? Dann lies weiter!

Was ist überhaupt der ‚aggressive Stil‘?

Keine Sorge – aggressiv heißt hier nicht gleich gewalttätig. Es geht mehr um Energie, Durchsetzungskraft und das Bedürfnis, Verantwortung zu übernehmen. Menschen mit diesem Stil fühlen sich wohl, wenn sie die Richtung vorgeben. Sie hassen Stillstand und lieben es, Dinge anzupacken. Man könnte sagen: Sie sind die Antreiber im Freundeskreis, die Macher im Büro und die Organisatoren im Urlaub.

 

Der aggressive Stil im Big Five Modell

Wenn man diesen Typ im Big-Five-Persönlichkeitsmodell einordnet, sieht es oft so aus:

– Hohe Extraversion: Sie sind kontaktfreudig, energiegeladen und lieben Action.
– Niedrige Verträglichkeit: Sie können fordernd, kritisch oder sogar streitlustig wirken.
– Mittlere bis hohe Gewissenhaftigkeit: Aufgaben werden zielorientiert und oft effizient erledigt.
– Emotionale Stabilität (Neurotizismus eher niedrig): In Stresssituationen bleiben sie erstaunlich cool.
– Offenheit: unterschiedlich – manche sind innovativ, andere eher pragmatisch.

 

Der aggressive Stil im MBTI

Im Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) findet man den Boss-Typ oft bei ENTJ oder ESTJ. Das sind die sogenannten ‚Commander‘ oder ‚Executives‘: Menschen, die sich durchsetzen, Pläne schmieden und andere mitziehen. Wenn du also bei MBTI-Tests irgendwo bei diesen Typen landest, könnte das schon ein Hinweis sein.

 

Stärken – warum wir diese Menschen lieben (oder brauchen)

Aggressive Typen sind Macher. Sie übernehmen Verantwortung, wenn andere sich drücken. Sie bringen Gruppen in Bewegung, übernehmen Führung in Krisen und geben klare Orientierung. Im Studium sind es die, die die Gruppenarbeit an sich reißen (und ja, manchmal auch durchziehen). Im Job sind es die Projektleiter, die auch unter Druck einen kühlen Kopf behalten. Und im Freundeskreis? Da sind sie die, die sagen: ‚So, Leute, wir fahren jetzt los!‘.

 

Schattenseiten – wo’s schwierig wird

Natürlich gibt es auch die andere Seite. Wer immer den Boss spielen will, kann dominant wirken. Manchmal vergessen sie, andere zu Wort kommen zu lassen. Und ja, sie können nerven, wenn sie jedes Detail bestimmen wollen – von der Sitzordnung im Auto bis zur Playlist auf der Party. Konflikte gehören bei ihnen fast schon zum Lebensstil.

 

Beispiele aus dem Alltag

– Uni: Der Kommilitone, der in der Gruppenarbeit sofort den Plan schreibt – und alle Aufgaben verteilt.
– Büro: Die Kollegin, die in jedem Meeting das Wort führt und schon vor der Pause eine To-Do-Liste erstellt hat.
– Sport: Der Teamkapitän, der nicht nur spielt, sondern auch den Schiri korrigiert.
– Freundeskreis: Der Organisator, der den Urlaub plant – mit Excel-Tabelle und klarer Rollenverteilung.

 

Humorvolle Beobachtungen

Manchmal sind diese Persönlichkeiten einfach Comedy pur. Der Grillmeister, der alle Anweisungen gibt: ‚Wenden jetzt!‘ Die WhatsApp-Projektmanagerin, die 20 Nachrichten schickt, nur um ein Treffen zu organisieren. Oder der Nachbar, der beim Schneeschippen nicht nur seinen Gehweg, sondern gleich den Einsatzplan für die ganze Straße erstellt.

 

Tipps für den Umgang

Wenn du mit solchen Menschen zu tun hast, helfen drei Dinge:

1. Bleib ruhig – wer schreit, verliert.
2. Setz klare Grenzen – Aggressive respektieren Stärke.
3. Nutze ihre Energie – wenn man sie richtig einbindet, können sie eine Gruppe unglaublich weit bringen.

 

Und was heißt das für dich?

Vielleicht erkennst du dich selbst wieder. Oder jemanden aus deinem Umfeld. Wichtig ist: Aggressiv heißt nicht schlecht – es heißt kraftvoll, durchsetzungsstark, manchmal anstrengend, aber oft auch sehr hilfreich. Die Kunst ist, die Balance zu finden: führen, ohne zu überrollen.

 

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